Bezüglich der Herkunft der Fächer kursieren in der Volksüberlieferung zwei Haupttheorien:

1. Einer Version zufolge sollen Fuxi und Nuwa, ein mythologisches Paar, in den frühen Zeiten des Universums Gras verwendet haben, um einen Fächer herzustellen, mit dem sie aus Scham ihr Gesicht bedeckten. Daher wird der Fächer im Volksmund auch „Fuxi-Fächer“ (羲扇) genannt.

2. Eine andere Theorie findet sich im „Gujin Zhu · Yufu“ (《古今注 · 舆服》) von Cui Bao aus der westlichen Jin-Dynastie. Diese Version besagt, dass der Fächer vom legendären Kaiser Shun erfunden wurde und hauptsächlich von Kaisern und dem Adel verwendet wurde, um eine offene Haltung für Dialog und die Aufnahme von Talenten zu symbolisieren.

Éventail en bambou à long manche - Dynastie des Han occidentaux

Schnellnudeln (Biàn miàn)

Die Bambusfächer

Die ältesten Materialien zur Herstellung von Fächern waren Schilf, Federn und Bambus. Zu dieser Zeit war ein halbkreisförmiger Fächer namens „bianmian“ (便面) vorherrschend. Er wurde aus dünnen Bambuslamellen gefertigt und von allen Gesellschaftsschichten verwendet, von Kaisern bis zu Dienern, sei es zum Fächeln von Fleisch oder zum Kochen von Salz.

Während der Han-Dynastie wurde die Handwerkskunst der Fächer mit langem Stiel perfektioniert und erreichte ein bemerkenswertes Niveau, wie der 1972 im Grab von Mawangdui (Zeit der Westlichen Han) entdeckte Bambusfächer mit langem Stiel zeigt.

“Laver les paulownias” par Qian Gu, dynastie Ming

Fächer (Yǔshàn)

Die Federfächer

Die Fächer aus Federn wurden aus Vogelfedern hergestellt, wie denen von Gänsen, Fasane, Kranichen oder Pfauen.

Die Verwendung von Federn für Fächer reicht bis in sehr alte Zeiten zurück, aus zwei Hauptgründen:

1. Federn waren leicht zugänglich und verliehen dem Fächer ein praktisches und dekoratives Aussehen.

2. Die Alten hegten eine gewisse Verehrung für Vögel, wie die Struktur des chinesischen Schriftzeichens „扇“ (Fächer) zeigt, das auf Federn Bezug nimmt.

Fächer aus Federn haben also einen alten Ursprung und bleiben heute eine repräsentative Kategorie. In der Antike wurden sie von der Königsfamilie und dem Adel geschätzt und symbolisierten Rang, Moral und Wissen. Sie waren besonders beliebt zwischen dem Ende der Han-Dynastie und der Wei-Jin-Zeit. Fächer mit langem Stiel, die oft von Dienern für Adlige getragen wurden, zeigten ebenfalls Macht und sozialen Status.

“Se rafraîchir près de l’étang impérial” par un artiste anonyme de la dynastie Song

合欢扇 (Héhuān shàn)

Die runden Fächer

Auch als „Hoffächer“, „Seidenfächer“ oder „runde Fächer“ bezeichnet, zeichnen sie sich durch ihre runde Form aus, die an einen Vollmond erinnert. Ihr Gestell bestand aus Bambus oder Holz und war mit feiner Seide bespannt. Diese symmetrischen und eleganten Fächer sind zu einem ikonischen Stil des traditionellen chinesischen Kunsthandwerks geworden.

Die runden Fächer waren in verschiedenen Formen erhältlich (rund, oval, in Form von Pflaumenblüten oder Pfingstrosen) und waren oft mit Malereien oder Stickereien verziert. Ihre flache und breite Oberfläche bot eine gute Belüftung und diente gleichzeitig als Leinwand für künstlerische Werke.

Im Laufe der Dynastien gewannen die runden Fächer an Beliebtheit, von den kaiserlichen Höfen bis hin zu gewöhnlichen Bürgern. Diese Fächer wurden anschließend zu unverzichtbaren Gegenständen im Alltag und in der Freizeit der Frauen, insbesondere in weiblichen Kreisen.

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Les éventails portés à la taille

Taillenschirm (Yāo shàn)

Die Fächer nach Größe

Aufgrund ihrer großen Größe waren runde Fächer schwer zu transportieren. Die Alten passten sie daher zu einer handlicheren Version an: den an der Taille getragenen Fächern. Diese Fächer, auch „zhangri“ (障日) genannt, wurden verwendet, um sich vor Sonne oder leichtem Regen zu schützen und erfüllten somit eine ähnliche Funktion wie ein Regenschirm.

Das Prinzip war einfach: Die Fläche des Fächers konnte zusammengerollt und mit einer Schnur an der Taille befestigt werden. Dieser geniale Fächer war sowohl praktisch als auch symbolisch.

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Les éventails symboliques

Xi-Fächer (Xǐ shàn)

Die symbolischen Fächer

Für Frauen der Antike dienten Fächer oft dazu, ihr Gesicht zu verbergen oder zu bedecken, entsprechend den strengen Normen der feudalen Gesellschaft. Diese Verwendung symbolisierte Schamhaftigkeit und verlieh einen Hauch von Geheimnis.

In der Volkskultur waren Fächer auch Geschenke mit positiven Bedeutungen, dank ihrer Homophonie mit den Wörtern „善“ (Wohltätigkeit) und „散“ (Verteilung, Wohlstand). Runde Fächer symbolisierten „Zusammenkunft“ und „Vollständigkeit“ und wurden oft bei Hochzeiten verschenkt, um Glückwünsche für Glück und Fruchtbarkeit auszudrücken.

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“Portrait de l’impératrice Xiao Shen Cheng admirant les lotus” - Dynastie Qing, règne de Daoguang

Faltfächer (Zhé Shàn)

Die Fächer zum Falten

Entstanden während der Song- und Yuan-Dynastien, haben die Faltfächer das Handwerk der Fächer revolutioniert. Ursprünglich als „juto shan“ (聚头扇) oder „faltbare Fächer“ bezeichnet, erreichten sie ihren Höhepunkt unter der Ming-Dynastie.

Faltfächer wurden zu einem modischen Accessoire unter Gelehrten und Adligen. Ihre Oberfläche diente oft als Träger für Gedichte und Gemälde, wodurch sie zu Symbolen von Eleganz und Raffinesse wurden. Faltfächer aus Gold und goldener Seide, die in den Fürstengräbern der Ming-Dynastie gefunden wurden, zeugen von ihrem Prestige.

Unter den Ming und Qing erlebte der Faltfächer seine Blütezeit und wurde zu einem wesentlichen Bestandteil der gebildeten Kultur sowie zu einem edlen Geschenkobjekt.

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